Bouldern
an steiler Wand
Neue
Impulse für das Sportklettern an der Saar: Mit der Einweihung der 100.000 Euro
teuren Kletteranlage im „Haus der Athleten“ hat sich der Traum des Saarländischen
Bergsteiger- und Skiläuferbundes (SBSB) erfüllt. Jetzt können die Kaderathleten ihr Leistungstraining verhältnismäßig wohnortnah intensivieren.
Janek
Altmaier (17) (auf Platz Elf der deutschen Rangliste) und sein Bruder
Nicolas (20) aus Neunkirchen, zeigten atemberaubendes Klettern an zwölf Meter
hohen, nach oben überhängenden Wänden – mit und ohne Seil (bouldern), wobei
die Karabinerhaken den Anstieg sicherten. Ihr Vater, SBB-Leistungssportreferent
Uwe Altmaier konnte seinen Stolz nicht unterdrücken .Endlich, nach 30 Jahren,
ging jetzt mit der Einweihung dieses neuen, professionellen
Kletterzentrums ein Traum in Erfüllung. LSVS-Präsident Gerd Meyer:
„Mit dieser Anlage wird das Sport-Ensemble
an der Hermann Neuberger Sportschule weiter komplettiert. Ein wirkliches
Schmuckstück“.
Bisher hatte es
bei allen Lösungsansätzen immer wieder Schwierigkeiten gegeben, die dem Bau
einer Kletterwand im Stadtwald im Wege standen. SBB-Präsident Heinz Müller, früher
selbst geübter Kletterer: „Unseren Spitzenkletterern blieb über Jahre nur
die Chance, abwechselnd in Zweibrücken, Ludwigshafen, Mannheim, Karlsruhe,
Heilbronn oder in Frankenthal zu trainieren. Man muss seinen Sport schon sehr
lieben, wenn man dafür solch zeitraubende Fahrten auf sich nimmt.“ Das ist
jetzt vorbei. Auch deshalb, weil LSVS-Hauptgeschäftsführer Bernhard Gill die
Idee
hatte, das Projekt mit einer kleinen, aber feinen Wand auch architektonisch an
das „Haus der Athleten“ anzugliedern. Wenn
die Planungsphase auch viele Jahre gedauert hat und einige Talente abgewandert
sind, sieht man beim SBSB die Situation dennoch positiv. „Wir konnten die
Wartezeitnutzen, um notwendige Strukturen im Referat Sportklettern so
auszugestalten, dass wir ad hoc mit dem Trainingsbetrieb an der neuen
Anlagebeginnen können“, erklärte Heinz Müller. Die Kletterwandbauer
Christoph Bucher, Norbert Schneider und Thomas Brenziger haben ganze Arbeit
geleistet. Den Kletterern steht eine Wand mit senkrechten und überhängenden
Elementen von 260 qm zur Verfügung, die mit 20bis 30 Routen der höchsten
Schwierigkeitsgrade bestückt werden kann. Zum Aufwärmen und für spezielles
Bouldertraining sind weitere 60 qm Kletterfläche vorhanden.
Architekt Gerd
Leyendecker überwachte den Bau, der innerhalb kürzester Zeit realisiert wurde.
Die Anlage ist in einem Raum von 7,5 x9,5 Meter Fläche und 12 Meter Höhe
errichtet. Seitdem sind die Spitzenkletterer des SBSB aus den Hochburgen Saarbrücken,
Neunkirchen, St. Wendel, Ensdorf und Eiweiler eifrig im Trainingsbetrieb. Sie
wollen sich in den künftigen Wettkämpfen steigern. „Motiviert sind die Jungs
bis in die Fingerkuppen“, sind die SBB-Verantwortlichen auf baldige Erfolge
eingestellt.
Die Kletterszene
boomt im Saarland. Es gibt etwa 400
Sportkletterer. Die verbandseigene Halle in Ensdorf wird weiter für
den Breitensport und die Nachwuchsförderung genutzt. Und die Felsen bei Kirkel
stehen ohnehin allen Kletterfreunden zur Verfügung.
Die nächsten
Wettkämpfe für die Spitzenkletterer von der Saar sind der Deutsche
Sportklettercup am 23. Juni in Ravensburg und am 6. Oktober in Ravensburg.
Jeweils ein Tag danach finden die nationalen Jugend- und Juniorencups statt. –
Der nächste DAV- Bouldercup wird am14. Juli in Überlingen ausgetragen.
Infos: www.sbsb-saar.de
WOLFGANG
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