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Nachbericht zu den offenen Saarländischen Sportklettermeisterschaften 2009

Bouldern an steiler Wand

Neue Impulse für das Sportklettern an der Saar: Mit der Einweihung der 100.000 Euro teuren Kletteranlage im „Haus der Athleten“ hat sich der Traum des Saarländischen Bergsteiger- und Skiläuferbundes (SBSB) erfüllt. Jetzt können die Kaderathleten ihr Leistungstraining verhältnismäßig wohnortnah intensivieren.

Janek Altmaier (17) (auf Platz Elf der deutschen Rangliste) und sein Bruder Nicolas (20) aus Neunkirchen, zeigten atemberaubendes Klettern an zwölf Meter hohen, nach oben überhängenden Wänden – mit und ohne Seil (bouldern), wobei die Karabinerhaken den Anstieg sicherten. Ihr Vater, SBB-Leistungssportreferent Uwe Altmaier konnte seinen Stolz nicht unterdrücken .Endlich, nach 30 Jahren, ging jetzt mit der Einweihung dieses neuen, professionellen  Kletterzentrums ein Traum in Erfüllung. LSVS-Präsident Gerd Meyer: „Mit dieser Anlage wird das Sport-Ensemble  an der Hermann Neuberger Sportschule weiter komplettiert. Ein wirkliches Schmuckstück“.

Bisher hatte es bei allen Lösungsansätzen immer wieder Schwierigkeiten gegeben, die dem Bau einer Kletterwand im Stadtwald im Wege standen. SBB-Präsident Heinz Müller, früher selbst geübter Kletterer: „Unseren Spitzenkletterern blieb über Jahre nur die Chance, abwechselnd in Zweibrücken, Ludwigshafen, Mannheim, Karlsruhe, Heilbronn oder in Frankenthal zu trainieren. Man muss seinen Sport schon sehr lieben, wenn man dafür solch zeitraubende Fahrten auf sich nimmt.“ Das ist jetzt vorbei. Auch deshalb, weil LSVS-Hauptgeschäftsführer Bernhard Gill die Idee hatte, das Projekt mit einer kleinen, aber feinen Wand auch architektonisch an das „Haus der Athleten“  anzugliedern.  Wenn die Planungsphase auch viele Jahre gedauert hat und einige Talente abgewandert sind, sieht man beim SBSB die Situation dennoch positiv. „Wir konnten die Wartezeitnutzen, um notwendige Strukturen im Referat Sportklettern so auszugestalten, dass wir ad hoc mit dem Trainingsbetrieb an der neuen Anlagebeginnen können“, erklärte Heinz Müller. Die Kletterwandbauer Christoph Bucher, Norbert Schneider und Thomas Brenziger haben ganze Arbeit geleistet. Den Kletterern steht eine Wand mit senkrechten und überhängenden Elementen von 260 qm zur Verfügung, die mit 20bis 30 Routen der höchsten Schwierigkeitsgrade bestückt werden kann. Zum Aufwärmen und für spezielles Bouldertraining sind weitere 60 qm Kletterfläche vorhanden.

Architekt Gerd Leyendecker überwachte den Bau, der innerhalb kürzester Zeit realisiert wurde. Die Anlage ist in einem Raum von 7,5 x9,5 Meter Fläche und 12 Meter Höhe errichtet. Seitdem sind die Spitzenkletterer des SBSB aus den Hochburgen Saarbrücken, Neunkirchen, St. Wendel, Ensdorf und Eiweiler eifrig im Trainingsbetrieb. Sie wollen sich in den künftigen Wettkämpfen steigern. „Motiviert sind die Jungs bis in die Fingerkuppen“, sind die SBB-Verantwortlichen auf baldige Erfolge eingestellt.

Die Kletterszene boomt im Saarland. Es  gibt etwa 400 Sportkletterer. Die verbandseigene Halle in Ensdorf wird weiter für den Breitensport und die Nachwuchsförderung genutzt. Und die Felsen bei Kirkel stehen ohnehin allen Kletterfreunden zur Verfügung.

Die nächsten Wettkämpfe für die Spitzenkletterer von der Saar sind der Deutsche Sportklettercup am 23. Juni in Ravensburg und am 6. Oktober in Ravensburg. Jeweils ein Tag danach finden die nationalen Jugend- und Juniorencups statt. – Der nächste DAV- Bouldercup wird am14. Juli in Überlingen ausgetragen.  Infos: www.sbsb-saar.de

WOLFGANG WEBER

 

Stand: 07.09.2011